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Feuerwehren kämpften gegen Hochwasser in Gnas

 

Feuerwehren kämpften gegen Hochwasser in Gnas - eine Zusammenfassung vom Unwetter am 22. August 2020

In der Nacht von Samstag auf Sonntag waren die Feuerwehrkräfte im Bereichsfeuerwehrverband Feldbach gefordert. Ein Unwetter, begleitet von Starkregen, das am späten Samstagabend (22. 8.) gegen 20 Uhr einsetzte, ließ zahlreiche kleinere Zuläufe und Bäche anschwellen. Die Folge: Viele Straßen und Gebäude wurden überflutet.

 

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Bis zu 80 Liter Regen innerhalb einer Stunde in Gnas

Verbreitet sind innerhalb dieser kurzen Zeitspanne 50 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden. Die extremen Wassermengen konnten von den Entwässerungsanlagen nicht mehr aufgenommen werden, etliche Gebäude und Straßen wurden überflutet. Um 20:43 Uhr ging der erste Einsatzbefehl für die Feuerwehr Gnas ein: Betreutes Wohnen und Musikheim unter Wasser. Als das ersteintreffende Fahrzeug der Feuerwehr Gnas eintraf, schossen immense Wassermassen die Straße herunter. Der mobile Hochwasserschutz wurde umgehend aufgebaut, um das Gebäude zu schützen. Dieser brach aber binnen weniger Minuten, der Druck der Wassermassen war zu groß. Weiters betroffen war die Ortschaft Thien. Der Thienerbach trat im Ortsgebiet von Thien über die Ufer und überflutete die Ortschaft.

 

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Massives Einsatzaufkommen

Nicht nur der Großraum Gnas war vom Unwetter betroffen, binnen kürzester Zeit standen alle 73 Feuerwehren des Bereichsfeuerwehrverbandes Feldbach im Unwettereinsatz - seit 2009 das zweite Mal in der Geschichte. Zahlreiche Notrufe wurden vom Disponententeam am Feuerwehrnotruf in der Bereichs-Alarmzentrale „Florian Feldbach“ erfasst – und an die Einsatzleitung Gnas übermittelt.

193 Feuerwehrkräfte von 20 Feuerwehren aus dem Bereichsfeuerwehrverband Feldbach und eines KHD-Zugs aus dem Bereichsfeuerwehrverband Radkersburg (Katastrophenhilfsdiensteinheit) waren innerhalb kurzer Zeit im Ort Gnas und in Thien eingesetzt, um Keller auszupumpen, Verkehrswege frei zu machen und Verklausungen zu entfernen. 

 

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Zweite Einsatzwelle kurz vor Mitternacht - Hochwasseralarm am Gnasbach

Kurz vor Mitternacht überschlugen sich die Ereignisse. Bei der Lagebesprechung im Rüsthaus Gnas wurde die Einsatzleitung vom Wassermeister der BBL Südoststeiermark in Kenntnis gesetzt, dass der Gnasbach im Ort Gnas massiv über die Ufer treten könnte. Das Rückhaltebecken Perlsdorf konnte die Wassermassen nicht mehr fassen und war übergelaufen, zahlreiche Bäche im Einzugsbereich des Gnasbaches führten starkes Hochwasser. Eine zweite Einsatzwelle stand bevor. Eingesetzte Feuerwehren meldeten bereits einen steigenden Wasserstand entlang des Gnasbaches. Sie mussten Gerätschaften zurücklassen und sich in Sicherheit bringen. Ein Container wurde in den Bach geschwemmt und drohte den Bach zu verklausen.

 

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Objekte wurden vor steigendem Hochwasser geschützt

Umgehend wurde ein Teil der knapp 200 Einsatzkräfte umdirigiert. Es galt Sandsäcke zu füllen, Gebäude zu schützen und Bewohner zu warnen. Binnen kurzer Zeit konnten Hunderte Sandsäcke an Gebäuden und Betrieben entlang des Gnasbaches positioniert werden. Der Hotspot lag dabei auf die Sicherung einer Kfz-Werkstätte mit einer Tankstelle, einer Bäckerei und mehrere noch nicht betroffene Wohnhäuser. Die Feuerwehrkräfte unterstützte auch bei der Räumung von Sachgütern und Wertgegenständen aus dem Gefahrenbereich.

 

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Einsatzleitstab disponiert und priorisiert

Im Rüsthaus der Feuerwehr Gnas wurde der Einsatzstab eingerichtet, von wo aus die vielen Einsatztätigkeiten priorisiert koordiniert wurden. Unterstützung kam nach Mitternacht von der Mannschaft im Einsatzleitfahrzeug des Bereichsfeuerwehrverbandes Feldbach. Aufgrund der vorhandenen hydrologischen Berechnungen für den Gnasbach, war es möglich, einige noch nicht betroffenen Objekte rechtzeitig zu sichern und die Bewohner zu warnen. Punktuell führte im Ort Gnas der Gnasbach HQ 300.

 

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Sonntagfrüh (23.08.2020)

Zur Aufarbeitung der Schadenslagen im Großraum Gnas stand am Sonntag abermals ein Großaufgebot der Feuerwehren im Einsatz. Teilweise stand das Wasser in Siedlungshäusern und Wohnobjekten bis zur Kellerdecke. Durch den Sturm wurde ein Wohnhaus abgedeckt. Zahlreiche Straßen und Plätze wurden vom Schlamm gereinigt und das Freibad Gnas musste ausgepumpt werden. Besonders betroffen von den Überflutungen war das Betriebsgelände der Firma Gnaser Ei.

 

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Insgesamt wurden am Sonntag über 50 Schadstellen von 23 Feuerwehren, aus den Feuerwehrbereichen Feldbach, Radkersburg und Leibnitz mit 154 Einsatzkräften abgearbeitet. Bis Sonntagabend konnte ein Großteil der Schadenslagen erledigt werden.

 

Gnas wurde zum Katastrophengebiet erklärt

Aufgrund der immensen Schäden die das Unwetter angerichtet hat, wurde für die Gemeinde Gnas von der BH Südoststeiermark die Katastrophe festgestellt und zum Katastrophengebiet erklärt. Durch dieses Instrument ist es möglich, rasch und unbürokratisch Hilfe leisten zu können. Landesrat Johann Seitinger machte sich selbst ein Bild von den Schäden.

 

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Einsatzmarathon

Nach einem regelrechten „Einsatzmarathon“, der Samstagabend seinen Anfang genommen hat, beenden die überörtlichen Feuerwehrkräfte am Sonntagabend (23.08.2020) einen Großteil der Arbeiten. Die Feuerwehr Gnas stand auch den Rest der Woche noch im Einsatz und führte Reinigungsarbeiten durch.

 

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Danke

Allein die Feuerwehr Gnas leistete in der vergangenen Woche knapp 1.000 freiwillige - vor allem aber unentgeltliche - Einsatzstunden für die Bevölkerung von Gnas. Danke aber auch an alle Feuerwehrkräfte, die bei der Bewältigung dieser Katastrophe mitgeholfen haben. Insgesamt standen allein Samstagnacht und am Sonntag über 350 Kräfte der Feuerwehren in Gnas im Einsatz.

 

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KHD-Führungsstab Bereichsfeuerwehrverband Feldbach
Bereichsalarmzentrale Florian Feldbach
Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark

Feuerwehrabschnitt Gnas:
Feuerwehr Gnas (Einsatzleitung), Grabersdorf, Poppendorf, Krusdorf, und Unterauersbach

Feuerwehren aus dem BFV Feldbach:
Feuerwehren Berndorf, Oberdorf, Eichkögl, Tiefernitz, Fladnitz, Petersdorf II, Kirchberg, Studenzen, Kornberg-Bergl, Kirchbach, Edelstauden, Kleinfrannach, Seibuttendorf, Kapfenstein, Edersgraben, Hohenbrugg, Pertlstein, Bad Gleichenberg, Jamm, Schützing, WLF Feldbach und KHD-Zug BFV Feldbach, S4 Versorgung

Feuerwehren aus dem BFV Radkersburg:
KHD-Zug aus dem Bereich Radkersburg
Ölschadensfahrzeug Feuerwehr Ratschendorf
Schweres Rüstfahrzeug Feuerwehr Mureck
Feuerwehren Trössing, Hof bei Straden, Goritz b. R. und St. Peter a. O.

Feuerwehr aus dem BFV Leibnitz:
Feuerwehr Gamlitz

Weitere Einsatzkräfte: Straßenerhaltungsdienst Land Steiermark, Energie Steiermark

 

 

Bericht: BI d. V. Ing. Christian Karner

Bilder: LFV/Fink, BFVFB/Karner, FF Gnas